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Bütthard - Eine Ortschronik
Zeitungsartikel in der Main Post:### Büttharder Ortschroni
5 von 5 Sternen!
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Rezensionen zu: Bütthard - Eine Ortschronik

Bütthard - Eine Ortschronik
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Datum: 27.08.2017

Autor: Main Echo

Bewertung:5 von 5 Sternen!


Rezensionen zu: Bütthard - Eine Ortschronik

Zeitungsartikel in der Main Post:
### Büttharder Ortschronik taucht aus der Versenkung auf ###

Im Privatbesitz haben sieben handschriftliche Bände die Zeiten überdauert. Ein Heimatforscher hat die Sütterlin-Schrift transkribiert.

Durch Kriege, den Einsturz von Archiven und den zeitlichen Verfall sind immer wieder schriftliche Zeugnisse der Geschichte
bedroht. Umso erfreulicher ist es, wenn die Kopie einer handschriftlichen Kostbarkeit im Privatbesitz gefunden wird. So erging es Stefan Fach aus Tiefenthal, der in seiner Freizeit begeistert in die Geschichte seiner Heimat eintaucht.
Er habe sofort den Wert der Aufzeichnungen von Philipp Kuhns sieben handgeschriebenen Bänden erkannt, schildert Fach
in einem Schreiben an die Redaktion. Stefan Fach hat nunmehr in ungezählten abendlichen Arbeitsstunden die Chronik
transkribiert und für eine Publikation aufbereitet. Dabei ist ein Werk von fast 450 Seiten im DIN-A-4-Format entstanden.
Die umfangreichste von mehreren Chroniken
Zu Bütthards Historie seien bereits mehrere Chroniken abgefasst worden, schreibt Fach. Eine der umfangreichsten, auch
was die Themen angeht, sei jedoch diese bisher unveröffentlichte des Studienprofessors Philipp Kuhn (geboren 1892 in
Bütthard, gestorben 1959 in Bamberg).
Stefan Fach kam durch seine gelegentliche Zusammenarbeit mit dem Essfelder Heimatforscher Lukas Lesch an die Bände,
der sie wiederum von einem jetzt in Essfeld lebenden Höttinger erhielt. Dessen Onkel war der schon erwähnte Philipp
Kuhn, der Verfasser des Original-Manuskripts.
Kuhn hatte Mitte der 1950er Jahre in blumiger und wortgewandter Sprache die Geschichte des Ortes Bütthard von seinen
Anfängen bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges in akkuratem Sütterlin niedergeschrieben. Ein unbekannter Kenner hatte
das Werk wohl später komplett abfotografiert und die Abzüge binden lassen. So überdauerte die Kopie die
Jahrtausendwende in einem privaten Bücherschrank.
In der Stoffsammlung blieben wertvolle Abschriften erhalten
In seiner umfangreichen Stoffsammlung sind viele Abschriften von Urkunden aus den Würzburger Archiven erhalten
geblieben, die ebenfalls mit der Kuhn'schen Ortschronik veröffentlicht wurden. Diese Abschriften seien besonders wertvoll,
da etliche Original-Urkunden in den Kriegswirren für immer verloren gegangen seien, betont Stefan Fach. Zur
Verbesserung des Leseflusses besteht die neue Chronik aus zwei Teilen.
Auf zunächst rund 300 Seiten wird die Geschichte der Ortschaft Bütthard, eingebettet in den lokal- und
regionalgeschichtlichen Kontext, dargestellt. Daran schließt sich auf rund 150 Seiten eine Stoffsammlung an, die Philipp
Kuhn damals als Grundlage für sein Werk diente. Diese Chronik wird den Leser mit allerhand Neuem zur Geschichte
Bütthards überraschen: So ist beispielsweise zu erfahren, dass man in Bütthard bis in die 1880er Jahre als
Feierabendtrunk noch regelmäßig Wein trank, den man aus den Häckerdörfern an Main und Tauber herbeischaffte.
Wie der Apfelmost den Wein verdrängte
Dazu heißt es in der Chronik: „Als im Jahre 1883 der Sternwirt Michael Rappert die erste Apfelkelter in Bütthard anschaffte,
kam die Apfelmostbereitung immer mehr in Brauch und der Apfelmost verdrängte den Wein fast völlig. In guten Obstjahren
ist es nicht selten, dass ein Bauer sich seine 50 bis 60 Hektoliter Apfelmost bereitet und als Haustrunk im Keller lagert.
Selbst die kleinen Bauern, die „Kühbauern“, bringen es auf 10 bis 15 Hektoliter. Warum sollte ihr Durst auch geringer sein
als der der großen? Dieses Apfelmosts wegen wenden die Büttharder ihren ,Baamalandli' immer größere Sorgfalt zu.“
In der Stoffsammlung hat sich auch noch die Chronik des Büttharder Ortsteils Höttingens erhalten und wird in der
Publikation erstmals veröffentlicht. Diese Chronik für die Ortschaft Höttingen hatte ab 1816 der Kaplan Franz Georg
Benkert erstellt.

Quelle: https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Heimatforscher;ar-
t779,9587177
© Main-Post 2017